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Photovoltaikanlage
So optimieren Sie den Eigenverbrauch der PV Anlage

So optimieren Sie den Eigenverbrauch der PV Anlage

Veröffentlicht am
22.11.2023
Inhaltsverzeichnis

Der zentrale Grund für die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Haus ist der Wunsch, die Energiekosten zu senken und einen möglichst hohen Grad an Autarkie vom Stromnetz zu erlagen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Hauseigentümer ihren Eigenverbrauch kennen. Die Solaranlage wird ausgehend von dem Bedarf dimensioniert. Ein hoher Eigenverbrauchsanteil wirkt sich positiv auf die wirtschaftliche Bewertung aus, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiepreise für Strom. Da die Kosten für den Bezug externen Stroms höher sind als die Einnahmen durch die Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz, ist eine hohe Eigennutzungsquote wichtig.

Darum ist ein hoher Eigenverbrauch bei der Photovoltaikanlage wichtig

Es existieren zwei entscheidende Gründe für einen möglichst hohen Eigenverbrauch bei der Photovoltaikanlage:

  1. Erhöhung der Autarkie
  2. Reduktion der Stromkosten

Die ideale Höhe des Eigenverbrauchs

Je höher die Eigenverbrauchsquote ist, desto mehr Stromkosten sparen Sie ein. Ein Eigenstromanteil, der gegen 100 Prozent strebt, ist daher die ideale Konstellation. Vollständige Autarkie von der externen Stromversorgung wäre erreicht. Müssen die Hausbesitzer hingegen Strom aus dem öffentlichen Netz beziehen, speisen jedoch zugleich Strom in das öffentliche Netz ein, dann sinkt die Wirtschaftlichkeit auf des ungleichen Verhältnisses zwischen Stromkosten und Einspeisevergütung.

So hoch ist die Vergütung für Strom

Im Jahr 2023 haben Anlagenbesitzer Strom, den sie in das Netz eingespeist haben, 7,1 Cent beziehungsweise 8,2 Cent pro kWh erhalten. Die Höhe der Einspeisevergütung hängt von der Größe der PV Anlage ab: PV Anlagen bis zu einer Größe von 10 kWp wurden mit 8,2 Cent pro Kilowattstunde angesetzt, PV Anlagen mit einer Größe von mehr als 10 kWp erzielten eine Einspeisevergütung von 7,1 Cent pro kWh.

Zum Vergleich hierzu: Die Kosten für Strom vom Energieversorger betragen 45 bis 49 Cent pro Kilowattstunde. Es wird deutlich, dass es sich lohnt, den PV Eigenverbrauch zu maximieren, um größtmöglichen Nutzen aus der Anlage zu ziehen.

Vollständige Autarkie ist bei Solarstrom nicht zwingend erforderlich

In der Praxis lässt sich eine solche Nutzung zumeist nicht realisieren, da die Systeme Spitzenlastzeiten oftmals nicht abdecken. Meistens ist es kosteneffizient möglich, 80 bis 90 Prozent des Verbrauchs abzudecken, jedoch kann es zu Spitzenlastzeiten erforderlich sein, Strom aus dem Netz zu beziehen. Ein Stromspeicher ist in jedem Fall erforderlich, damit Sie die Elektrizität unabhängig vom Erzeugungszeitpunkt nutzen.

Wie passe ich die Photovoltaikanlage an meine Bedürfnisse an?

Im ersten Schritt werten Sie die Stromabrechnungen der letzten drei bis fünf Jahre aus. Sofern keine entscheidenden Änderungen hinsichtlich des Bedarfs an Strom entstanden sind, können Sie sich bei der Bestimmung des Eigenverbrauchs an diesen Daten orientieren.

Wie werte ich die Energiekosten aus?

Der Energieverbrauch ist in der Jahresabrechnung in der Einheit "Kilowattstunde" angegeben. Bedarfserhöhungen ergeben sich insbesondere aus einem veränderten Verbrauchsverhalten, einer Erhöhung der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen und einem Umzug in eine größere Wohnung.

Bedenken Sie zukünftige Nutzungsmöglichkeiten der Photovoltaikanlage

Der von der PV Anlage erzeugte Strom lässt sich für vielerlei Verwendungszwecke nutzen, beispielsweise das Aufladen des E-Autos oder die Umwandlung in Heizungswärme. Dank der kosteneffizienten Erzeugung durch die Solaranlagen rentieren sich nachhaltige Projekte - wie die Anschaffung des Elektrofahrzeugs - in einem hohen Maße - sowohl für die Umwelt als auch für die Privathaushalte.

Ein Speicher zur Erhöhung der Autarkie

Ein Speicher mit einer Kapazität von 10 kWh kostet im Durchschnitt 8.000 bis 10.000 Euro. Diese Leistungsklasse der Speicher ist ausreichend, um einen Haushalt mit einem jährlichen Energieverbrauch von bis zu 6.000 kWh zu versorgen.

Der durchschnittliche Energieverbrauch von Haushalten

Das statistische Bundesamt beziffert den durchschnittlichen Energieverbrauch eines 1-Personen-Haushaltes für das Jahr 2020 auf 1.978 kWh. Ein 2-Personen-Haushalt verbraucht im Mittel 3.252 kWh. Leben im Haushalt drei oder mehr Personen, dann beträgt der durchschnittliche Stromverbrauch 5.047 kWh. (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Umwelt/UGR/private-haushalte/Tabellen/stromverbrauch-haushalte.html)

Diese Angaben stellen eine grobe Orientierung dar, die bei der Dimensionierung der PV Anlage hilfreich sind. Entscheidend ist aber stets der individuelle, haushaltsbezogene Eigenverbrauch, der auf dem Nutzungsverhalten und dem Gebäude selbst basiert. Betreiben Sie eine Wärmepumpe, dann erhöht sich der Eigenverbrauch.

Die Rentabilität der PV-Anlage vor dem Hintergrund eines hohen Eigenverbrauchs

Die Anschaffung einer PV Anlage stellt für die Anlagenbetreiber eine Investition dar, die sich bei einem ausreichend hohen Eigenverbrauch rentiert. Im Jahr 2022 betrugen die durchschnittlichen Investitionskosten für die Photovoltaik Anlage für ein Einfamilienhaus 10.000 Euro. Die konkreten Preise hängen von der vorhandenen Dachfläche und der Leistung der ausgewählten Solaranlage ab.

Im Idealfall entspricht die Leistung der Solaranlage dem Eigenverbrauch des Haushaltes - eine 100-prozentige Eigenverbrauchsquote würde auf diese Weise erreicht. Obgleich dieses ideale Ziel in der Praxis im Allgemeinen nicht erreicht wird, ist dennoch eine möglichst hohe Eigenverbrauchsquote anzustreben, um maximale Rentabilität der Investition zu erlangen.

Mit der Einspeisevergütung die Wirtschaftlichkeit erhöhen

Zusätzliche Gewinnmöglichkeiten ergeben sich, wenn Sie den überschüssig erzeugen Strom in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Sie erhalten als Anlagenbesitzer eine Einspeisevergütung für den in das Netz geleiteten Strom. Allerdings ist die Einspeisevergütung nicht die entscheidende Komponente für die Rentabilität.

Die Steuern auf erzeugten Strom entfallen - die Kosten der Eigenproduktion sinken

Für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher, die Hauseigentümer ab dem Jahr 2023 neu gekauft haben, entfällt in Deutschland die Umsatzsteuer.

Für Hausbesitzer, die ihre PV Anlage vor 2023 installiert haben, lohnt es sich aus steuerlicher Sichtweise ganz besonders, die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen. Eine hohe Eigenverbrauchsquote verhindert in vielen Fällen die Verpflichtung, auf den erzeugten Strom Umsatzsteuer zahlen zu müssen.

Ende 2022 wurde beschlossen, dass keine Einkommenssteuer mehr auf Solarstrom fällig wird, sofern die Photovoltaikanlage eine Größe von höchstens 30 kWp hat. Die deutsche Bundesregierung möchte die Bürger und Bürgerinnen ermutigen, aktiv die Umwelt zu schützen.

Die ideale Kombination: PV Anlage und PV Speicher

Um den Strom unabhängig vom Zeitpunkt der Erzeugung zu nutzen, ist ein Speicher erforderlich. Am Mittag ist die nutzbare Energiestrahlung der Sonne am größten, weswegen Sie mit der PV Anlage den meisten Strom erzeugen. Doch gerade zur Mittagszeit sind die meisten Menschen auf der Arbeit, in der Schule oder an der Universität. Ohne einen Stromspeicher können Sie den Strom in das Netz einspeisen, jedoch nicht zu einem späteren Zeitpunkt nutzen.

Skizze von der Kombination von PV Anlage und Speicher zur Versorgung des Haushaltes mit Strom

Der Schlüssel zur Erhöhung der Autarkie

Um einen möglichst hohen Eigenverbrauch bei der PV Anlage zu erreichen und die Stromkosten zu senken, benötigen Sie einen Stromspeicher. Die Einspeisung in das Netz stellt eine willkommene Ergänzung dar, ist für private Haushalte jedoch nicht der Hauptgrund für die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach.

Mit einem Energie-Management-System den Eigenverbrauch der Photovoltaik Anlage optimieren

Ein Energiemanagementsystem steuert den Energieverbrauch im Gebäude. Kombinieren Sie die Photovoltaikanlage und den Stromspeichre mit einem Energiemanagementsystem, dann optimieren Sie die Eigenverbrauchsquote und senken die Kosten. Sie behalten zugleich den Überblick über die Leistung der Photovoltaikanlage. Die Software protokolliert den Verbrauch und die Leistung der Anlagen.

Bild von der Wirkungsweise eines Energie-Management-Systems

Fazit

Die Kenntnis des Eigenverbrauchs der Photovoltaikanlage ist wichtig, um die Systeme wirtschaftlich effizient zu dimensionieren und zu betreiben. Erhöhen Sie Eigenverbrauchsquote und sparen Sie Kosten ein.

FAQ:

Wie berechnet sich der Photovoltaik Eigenverbrauch?

Die Eigenverbrauchsquote ist der Quotient aus dem Eigenverbrauch und der Strommenge, die die PV Anlage erzeugt hat. Die Formel lautet:

Eigenverbrauchsquote = Eigenverbrauch PV Anlage : Erzeugte Strommenge

Wie beuge ich steigenden Strompreisen vor?

Installieren Sie eine PV Anlage, erhöhen Sie den Eigenverbrauch und nutzen Sie über eine Wärmepumpe die erzeugte Energie für das Beheizen des Gebäudes. Je höher der Anteil des Eigenverbrauchs ist, desto wirtschaftlicher ist die Investition.

Warum ist es wichtig, den Eigenverbrauch de PV-Anlage zu erhöhen?

Die Stromkosten sind im Vergleich zur Einspeisevergütung wesentlich höher. Es ist unwirtschaftlich, den produzierten Strom nicht zu nutzen, sondern zu einem niedrigen Preis in das öffentliche Netz einzuspeisen. Die Hausbesitzer sollten daher einen möglichst hohen Anteil des erzeugten Stroms für den eigenen Haushalt verwenden.

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